Netanjahus Krieg gegen die Hisbollah verschleiert eine zerstörerische Mission
11. 5. 2026
Während Israel Dörfer im Süden Libanons zerstört und Kriegsverbrechen begeht, verwenden die amerikanischen Medien dasselbe Szenario wie beim Völkermord in Gaza. Die Hisbollah wird einfach durch die Hamas ersetzt.
Israel ist zu einem Meister darin geworden, das Völkerrecht für seine eigenen Zwecke zu verdrehen. Sie verkauft weiterhin erfolgreich ihre verzerrten Interpretationen zur Rechtfertigung der ethnischen Säuberung im Süden Libanons, während die US-Presse unermüdlich die Argumente der IDF wiederholt, genau wie in Gaza, argumentiert Robin Andersen auf der Website Informed Comment.
Übersetzt aus dem Tschechischen von Uwe Ladwig
Am 28. April wurde ein Video von Benjamin Netanjahu auf Instagram veröffentlicht, in dem er erklärte: "Heute haben wir einen riesigen Hisbollah-Terrortunnel gesprengt. Wir zerstören ihre terroristische Infrastruktur, töten Dutzende von Terroristen und sind noch nicht fertig." Er erklärte weiter, dass die Bedrohung durch Drohnen weiterhin beseitigt werden müsse, sodass die Tötungen fortgesetzt werden.
Am nächsten Tag jedoch veröffentlichte die Tageszeitung Haaretz die Worte eines israelischen Soldaten, der zugab, dass seine Mission im Süden Libanons nicht darin besteht, die Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören, sondern "Dörfer zu zerstören und die Bewohner an der Rückkehr nach Hause zu hindern". Wie von AJ+ berichtet: "Israel zerstört systematisch, einschließlich ziviler Gebiete'. Der Soldat gab zu, dass "die einzige Aufgabe ist es, mit der Zerstörung fortzufahren… es gibt keine andere Aufgabe." Haaretz fügte hinzu: "Die IDF ist der Ansicht, dass diese systematische Zerstörung schiitischer Dörfer die Rückkehr der Dorfbewohner an der Rückkehr nach Hause verhindern wird." Die New York Times hat sich jedoch entschieden, sich nicht mit israelischen Positionen auseinanderzusetzen, sondern berichtet konsequent über die illegale Invasion des Libanon als Mission, eine Sicherheits-"Pufferzone" zu schaffen, nicht um Zivilisten zu töten. So berichtete die Zeitung am 22. März, dass "Verteidigungsminister Israel Katz sagte, er habe Truppen befohlen, weitere Brücken und Gebäude im Süden des Libanon zu zerstören, was Befürchtungen schürte, dass Israel dort eine militärisch kontrollierte Pufferzone ausbaut."
Obwohl der Artikel angeblich den Abriss ziviler Infrastruktur durch Israel betraf, ging die Times nicht auf die ethnische Säuberung ein, die Israel offenbar im Libanon durchführt. Auch wenn die New York Times anerkannte, dass eine gezielte Kampagne gegen libanesische schiitische Muslime gestartet wurde. Die Zeitung setzte diesen Weg fort und nannte sie "Israels Pufferzone und Sicherheitsbarriere", schrieb Mint Press News.
Israels "Existenzrecht" ist ein unerschütterlicher Anspruch, obwohl das Land nicht klar abgegrenzt ist, aber sich ständig ausdehnenden Grenzen hat und weiterhin libanesisches Gebiet besetzt, um seine Prophezeiung eines "Groß-Israel" zu erfüllen. Sicherheit ist zu einem Schlagwort geworden, genauso wie es zur Verwüstung von Gaza unter dem Vorwand der Selbstverteidigung und der Nutzung der Logik strategischer Notwendigkeit verwendet wurde. Bei der Tötung palästinensischer Zivilisten konzentrierten sie sich nur auf "Terroristen" der Hamas. Die Hisbollah ersetzt einfach die Hamas.
Sie kommen damit durch, dank dessen, was wir als "Schlupfloch" in den Genfer Konventionen bezeichnen könnten. Das Haupthindernis ist das Schlüsselwort, das zur Definition von Völkermord verwendet wird, nämlich das Wort "Absicht".
Die Definition von Völkermord, die nach dem Zweiten Weltkrieg und in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt wurde, wurde genau formuliert, um sicherzustellen, dass Versuche, eine ganze Nation auszurotten, niemals wiederholt werden. Doch die Welt, oder das, was wir inzwischen als "regelbasierte internationale Ordnung" bezeichnen, gelang es nicht ihn zu verhindern. Frustriert von den vielen Hindernissen, die die Verwendung des Wortes Völkermord verhindern, und daher auch der Bereitstellung des Notwendigen zu seiner Einstellung, erläutern humanitäre Akteure seine Definition. Völkermord wird definiert als mit Absicht begangene, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstörende Handlungen
Das knifflige Wort hier ist "Absicht". Wie Francesca Albanese sagte: "Es ist schwierig, die Absicht zu beweisen", aber vor allem ist es nicht notwendig. Die Leute fragten sie: "Warum verwenden Sie nicht stattdessen die Begriffe Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit?" Albanese erklärte, dass "das, was die Menschen in Gaza erleben, nicht nur eine Zusammentreffen von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist." Es geht um die Zerstörung einer ganzen Nation, Menschen, die mit ihrem Land verbunden sind, eine eigene Identität haben und schon 77 Jahren aus ihrer Heimat vertrieben sind.
Das Problem ist, dass die "Absicht" des Völkermords mit der Notwendigkeit ausgewechselt wurde der Forderung, "kriminelle Motive" nachzuweisen. Aber beim Völkermord ging es nie darum, "Motive" zu beweisen, fügte Albanese zurecht an. Die Behauptung von der Notwendigkeit "Absicht" beweisen zu müssen, ermöglichte es israelischen Propagandisten, Mitteilungen zu erstellen, in denen sie behaupteten, die israelischen Bomben hätten nicht „das Ziel“ Zivilisten zu treffen, sondern seien durch den Bestreben motiviert, Hamas-Kämpfer oder "Kommandanten" zu töten und das Hamas-"Hauptquartier" zu zerstören. Aber wie Wissenschaftler und Kritiker jedoch inzwischen aufzeigen, ist die Absicht, einen Völkermord zu begehen, einfacher als das; es ist eine "Entschlossenheit zu zerstören", die in Gaza ganz offensichtlich ist und zu der es auch im Libanon kam. Als Israel massive Bomben auf dicht besiedelte Gebiete warf, war seine Absicht zu zerstören. Das sogenannte "Motiv" – Hamas-Kämpfer zu töten – war eine gezielte Ablenkung, deren Ziel es war, Zweifel zu säen sowie die Bezweiflung der Zahl der Opfer in Gaza, nicht mehr. Ärzte gegen Völkermord stimmen dem zu und fügen an, dass Völkermord identifiziert werden kann, ohne über die "Absicht" zu diskutieren, da Völkermord offensichtlich ist, wenn die Ärzte Patienten behandeln. "Ein Arzt erkennt Massenmord, wenn er ihn sieht."
Falls wir die israelische Logik des Absurden analysieren, die weitgehend von den Mainstream-Medien aufgegriffen wurde, sieht das so aus: Da die Hamas in jedem Haus, Flüchtlingslager, Krankenhaus, jeder Schule, humanitärer Sicherheitszone, Gedenkstätte und Moschee untergebracht war, war die israelische Armee gezwungen, jedweden Zivilisten in großen Mengen aus Sicherheitsgründen zu zerstören, verhungern zu lassen, zu foltern, zu töten oder aus Sicherheitsgründen einzeln zu eliminieren. Laut Israel wurden "Terroristen" in alle Bereiche der zivilen Infrastruktur infiltriert, von Ärzten, medizinischem Personal, Lehrern, humanitären Arbeitern bis hin zu Journalisten – alle sind "Terroristen". Israel entzog sich der Strafe für die Zerstörung des Krankenhauses Al Shifa und danach des ganzen Gesundheitssystem in Gaza damit, das es fälschlicherweise behauptete, Hamas-Kämpfer hätten Hauptquartiere in einem Tunnel unter Krankenhäusern, genauso wie die Hisbollah nun Tunnel im Libanon besitzt, was Netanjahu als "Motive" für seine ethnische Säuberung anführt. Nur wenige Journalisten haben versucht, die israelische Erfindungen zu entlarven, dass die IDF Hamas oder die Hisbollah ins Visier nehme. Zu jedem Moment ist Israels genozidale Gewalt in diesem Diskurs falscher strategischer Notwendigkeit eingebettet.
Die Zerstörung ziviler Infrastruktur im Rahmen des Mandats hätte nicht klarer sein können, als im Januar 2025 acht Mitglieder der israelischen Knesset forderten, dass die IDF alle Energiequellen zu zerstören, einschließlich der Treibstoffe, Solaranlagen, Generatoren und Stromleitungen. Sie forderten, dass die israelischen Streitkräfte alle Lebensmittelquellen zerstören sollen, einschließlich Lagerhäuser, Wasser und Wasserpumpen. Anfang März 2025 ordnete Netanjahu eine vollständige Blockade aller Hilfsgüter für Gaza an. Von Anfang an war klar, dass Israels einzige Motivation darin bestand, die Menschen in Gaza zu töten.
Die Darstellung der ethnischen Säuberung des Libanon durch Israel als Kampf gegen die Hisbollah hat in Gaza so gut funktioniert, dass die Medien sie im Libanon erneut nutzen, um seine Kriegsverbrechen zu leugnen.
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